© Raymonde Harland

Genetik Ammenmaerchen
"Play it again Sam"
Sinn und Unssin von Wiederholungsverpaarungen


Wenn eine Verpaarung gute Ergebnisse gebracht hat,
sollte man sie so oft wie moeglich wiederholen,
um die Rasse zu verbessern, so denken viele Zuechter.



Warum auch nicht, wo doch die Kitten erfolgreich in Zucht und Show sind und wo andere Zuechter draengeln, weil sie auch ein Kind aus dieser erfolgreichen Verpaarung haben moechten? Schon spielen finanzielle Ueberlegungen eine Rolle und man denkt lieber nicht so genau nach.

Die Bemuehungen der Zuechter um eine Rasse werden oefter dadurch ruiniert, dass sie staendig die selbe Verpaarung wiederholen, als durch irgendeinen anderen Grund. Es ist unumstritten, dass wiederholte Paarungen zu den schaedlichsten Praktiken gehoeren, bei denen die Zuechter dazu neigen, uneinsichtig zu sein, s.o. Durch Wiederholungspaarungen vermindern sie den verfuegbaren Genpool auf eine Weise, die fuer zahlenmaessig kleine Rassen gefaehrlich sein koennte und unweigerlich in eine Sackgasse fuehrt, in der weitere Fortschritte unmoeglich sind und aus der es kein Entrinnen gibt, ausser wieder, falls moeglich, von vorne zu beginnen und einen anderen Weg einzuschlagen. Schon nach kurzer Zeit hat jeder Zuechter aus dieser Mode-Verpaarung eine Katze in seinem Zuchtbestand. In der naechsten Generation haeufen sich die Cousins und bald findet man keinen Stammbaum mehr in dem die erfolgreiche Ursprungsverpaarung nicht zu finden ist.

Wiederholung oder nicht?

Wiederholungspaarungen werden ausnahmslos vorgenommen, um die Qualitaet, die bei einem vorherigen auaaergewoehnlichen Wurf erreicht wurde, wieder zu erhalten. Paarungen, die enttaeuschende Ergebnisse hervorbrachten, werden selten wiederholt, ausser von den am meisten ueberzeugten und optimistischen Zuechtern. Etwas Aussergewoehnliches, sei es aussergewoehnlich gut oder schlecht, laesst sich erfahrungsgemaess wahrscheinlich nicht wiederholen. Dies musste schon jeder Zuechter erfahren, der versuchte, ein erfolgreiches Tier nachzuzuechten. Es wuerde daher mehr Sinn machen, vernuenftig fundierte Paarungen zu wiederholen, die beim ersten mal enttäuschende Ergebnisse hervorbrachten, als solche zu wiederholen, die aus unerfindlichen zufaelligen Gruenden einmal aussergewoehnlich erfolgreich waren. Aus der enttaeuschenden Verpaarung ging naemlich kein Tier in die Zucht und damit in den Genpool der Rasse, aus der erfolgreichen Verpaarung aber sehr wohl.

Bin ich "Zuechter" oder "Vermehrer"?

Fuer Zuechter mit wenigen Tieren, und das sind die grosse Mehrheit, bewirken wiederholte Paarungen eher Blockaden, als einen Weg zum Fortschritt und der Ruf als "Vermehrer" stellt sich berechtigterweise ein. Etwas Einmaliges aus eigener Ueberlegung und zuechterischer Arbeit zu schaffen bringt mehr Freunde, als der Versuch den Erfolg durch immer gleiche "Fliessband-Verpaarungen" zu suchen. Der Schaden, der durch die Verengung des Genpools einer Rasse angetan wird, sollte niemandem egal sein. Wir tragen auch Verantwortung, dass kuenftige Katzengenerationen gesund und genetisch vielfaeltig sind.

Quelle "Katzen Extra" 7/1999

Mit Freundliche Genehmigung von Frau © Raymonde Harland. Danke.
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