Desiderata ist geschrieben worden von Max Erhmann (1872-1945) in Jahr 1927.
Die letzte Urheberrecht hat der Robert L. Bell im Jahr 1976 erhalten. Aber auch wie anderen Quellen berichten,
vermütlich Desiderata ist gefunden worden in St.Paul's Church Baltimore im Jahr 1692.

Geh deinen Weg ruhig - mitten in Lärm und Hast
und wisse, welchen Frieden die Stille schenken mag.

Steh mit allen auf gutem Fuße, wenn es geht,
aber gib dich selbst nicht auf dabei.

Sage deine Wahrheit immer ruhig und klar
und höre die anderen auch an -
selbst die Unwissenden, Dummen - sie haben auch ihre Geschichte.

Laute zänkische Menschen meide.
Sie sind eine Plage für das Gemüt.

Wenn du dich selbst mit anderen vergleichen willst,
wisse, dass Eitelkeit und Bitterkeit dich erwarten,
denn es wird immer größere und geringere Menschen geben als dich.

Freue dich an deinem Erfolg und Plänen.
Strebe wohl danach, weiterzukommen, doch bleibe bescheiden.
Das ist ein guter Besitz im wechselnden Glück des Lebens.

Übe dich in Vorsicht bei deinen Geschäften.
Die Welt ist voller Tricks und Betrug.

Sei du selbst - vor allem: heuchle keine Zuneigung,
wo du sie nicht spürst.

Doch denke nicht verächtlich von der Liebe, wo sie sich wieder regt.
Sie erfährt so viel Entzauberung, erträgt so viel Dürre und wächst doch voller
Ausdauer, immer neu, wie das Gras.

Nimm den Ratschluss deiner Jahre mit Freundlichkeit an.
Und gib deine Jugend mit Anmut zurück, wenn sie endet.

Pflege die Kräfte deines Gemüts, damit es dich schützen kann, wenn Unglück dich
trifft, aber überfordere dich nicht durch Wunschträume.

Viele Ängste entstehen durch Enttäuschung und Verlorenheit.
Erwarte eine heilsame Selbstbeherrschung von dir selbst.

Im übrigen aber sei freundlich und sanft zu dir selbst.

Du bist ein Kind der Schöpfung, nicht weniger wie Bäume und Sterne es sind.
Du hast ein Recht, hier zu sein.

Und ob du es merkst oder nicht, ohne Zweifel entfaltet sich
die Schöpfung so wie sie es soll.

Lebe in Frieden mit Gott, wie du ihn jetzt für dich begreifst.
Und was auch immer deine Mühen und Träume sind,
in der lärmenden Verwirrung des Lebens, halte Frieden mit deiner Seele.

Mit allem Trug, ihrer Plagerei und zerronnenen Träumen:
Die Welt ist immer noch schön!


© Agnes Ziemendorf
Kopieren ohne Genehmigung untersagt